Sehenswürdigkeiten

St. Martini Kirche, Jühnde

Die erste Kirche stammt wahrscheinlich aus der Zeit des 7. bis 9. Jahrhundert, erstmals wird sie in einer Urkunde des Klosters Mariengarten von 1217 erwähnt. Die Kirche war von Beginn an ein Patronat. In der Kirchenmauer ist ein Grabstein mit einem erhaben ausgearbeiteten Corpus Christi eingefügt, dessen lückenhaft gewordene Inschrift in gotischen Minuskeln „in pace amen anno 1507“ aufweist.

Am 13. Januar 1583 wurde in Jühnde mit dem Neubau der Kirche begonnen. 1735 wurde die St. Martini Kirche massiv gemauert, 90 Fuß lang und 26 Fuß breit mit einem Turm. Sie ist seitdem mit einer Steinmauer umgeben. 1958 wurde der auffällige Turm wiederhergestellt, 1968 die gesamte Kirche im Inneren umgebaut und renoviert. Vor wenigen Jahren folgte eine Komplettrenovierung. Leider wurde in diesem Zuge das Fachwerk durch einen Biberschwanzbehang verdeckt.

St. Laurentiuskirche, Barlissen

Vermutlich errichteten in der Zeit Otto I. (936 - 972) die Herren von Berlepsch auf einer Anhöhe neben dem Tie ihren altfreien Sitz (Allodium). Die dicken Mauern  der heutigen Kirche, die aus Kalkbruch- und Rotsandstein bestehen sind Reste dieser zweiten Burg in Barlissen und sie zeugen noch heute von der Wehrhaftigkeit der Anlage. Besonders deutlich macht dies auch der mächtig erscheinende Westturm aus Sandsteinquadermauerwerk. Diese Mauern blieben übrig, als 1297 auf Antrag der Stadt Göttingen der Herzog von Braunschweig den Aldelssitz schleifen ließ und das Geschlecht derer von Berlepsch aus Barlissen vertrieb. In Sichtweite - unmittelbar hinter der Landesgrenze - erbauten die Grafen auf hessischem Boden ihren neuen Sitz (Schloss Berlepsch), der 1368 fertig gestellt war. Sehr auffällig und schon von weitem gut sichtbar ist der schiefergedeckte spitze Turmhelm mit dem goldenen Wetterhahn als Bekrönung.

Das Barlisser Gotteshaus aus dem 14.Jahrhudert, das mehrfach umgebaut und erweitert wurde, ist dem heiligen Lautentius geweiht. Dieser Umstand ist ein weiteres Indiz dafür, dass die Einrichtung der zweiten Burg während der Herrschaft Ottos erfolgt ist. St. Laurentius wurde damals besonders verehrt. weil der zweite deutsche König aus sächsischem Geschlecht und erster Kaiser des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation am Laurentiustag 955 die Ungarn auf dem Lechfelde geschlagen hatte. Die zeitliche Abgrenzung zwischen der Nutzung der alten Befestigung nahe der Dramme und der hoch- und spätmittelalterlichen Burg der Herren von Berlepsch auf der Höhe des Ties ist noch nicht geklärt. Möglicherweise lässt sich nur durch großflächige Ausgrabungen klären, ob es einen geschichtlichen Zusammenhang zwischen beiden gibt.
Das Patronat über das Dorf ging von den Berlepschern auf die Herren von Jühnde über. Es war dies zuerst Ritter Hans von Boventen. Ihm folgten die Grafen von Adelebsen. Ein Taufstein von 1604, der mit ihren Wappen geschmückt ist, erfüllt noch heute in der St. Laurentiuskirche seine Funktion.

In dem Kirchenschiff ist ein Kanzelaltar, das mit einer Skulptur eines segnenden Christus ausgestattet ist.. In den mittleren Scheibenfeldern der Kirchenfenster befinden sich diverse Symbole in einer thematischen Anordnung. Die Decke ist mit einem klassizistischen Stuckornament versehen. Der hintere Teil der Kirche wurde mit einer Fensterwand vom vorderen Bereich abgetrennt. Dieser Bereich dient heute als Gemeinderaum und wird als Winterkirche genutzt.

Schloss Jühnde

Das Jühnder Ortsbild wird beherrscht von der stattlichen Schlossanlage, die auf einer nur schwach ausgeprägten Bergnase entstand. Zum ersten Mal wurde die Burg 1290 erwähnt. Eine Familie von June wohnte hier. Sie starb jedoch 1463 aus. Nachdem sie von der Stadt Göttingen übernommen und zerstört wurde, ist die Burg seit 1664 im Besitz der Freiherren von Grote. Otto Freiherr von Grote, damals Premierminister in Hannover, baute sie wieder auf.

Sein Nachfahr Otto Ulrich Freiherr Grote ließ 1805 in der Zeit der Romantik den bemerkenswerten Landschaftspark anlegen. Seit diesem Zeitpunkt hat sich das Erscheinungsbild der Burg nicht verändert. Im Schlossturm des Gutes befinden sich das "Heinrich-Sohnrey-Archiv" und die Gedächtnisstätte, benannt nach dem aus Jühnde stammenden Dichter und Sozialreformer Heinrich Sohnrey. Das Gut ist in Privatbesitz und wird noch vollständig bewohnt und genutzt.

Tie, Barlissen

In der Nähe der Kirche im historischen Barlisser Ortskern befindet sich in erhöhter Lage ein halbkreisförmiger Tieplatz  mit einem großen Quarzmonolith als Tiestein. Die Fläche ist mit einer  ca. 0,60 m hohen Steinmauer umgeben und wird von sieben Lindenbäumen umsäumt. Sechs dieser Bäume sind mehrere Jahrhunderte alt, eine Linde wurde wegen Befalles durch eine neue ersetzt. Die Lindenblätter, die sich im Wappen befinden, weisen auf Barlissens altfreien Besitz und den Tie als seine ehrwürdige Volksversammlungs- und Gerichtsstätte hin.Es wird vermutet, dass in der Zeit Otto I. (936 - 972) die Herren von Berlepsch auf einer Anhöhe neben dem Tie ihren altfreien Sitz (Allodium) errichteten.

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